Liebigfabrik

Die Liebigstraße trägt ihren Namen seit 1879, benannt nach Professor Justus Freiherr von Liebig (Deutscher Chemiker, geboren 12.05.1803 in Darmstadt, gestorben 18.04.1873 in München). Das Gebäude Liebigstraße 29 wurde im Jahre 1906 für Eckardt & Streithorst als Fleischkonservenfabrik vom Architekten Guse errichtet. 1913 wurde das Gebäude an Frommeyer & Unnewehr veräußert. Der Schlachtermeister Hermann Unnewehr schied nach nur einigen Monaten aus der gemeinschaftlichen Gesellschaft aus und für ihn trat Rudolf Frommeyer an seine Stelle.

Die Gesellschaft firmierte somit unter Frommeyer & Sohn. Bis zum 1. Weltkrieg wurden Fleischkonserven - in der Hauptsache Cornedbeef - an das Reichsmarineamt nach Wilhelmshaven geliefert. Auch wurde der Handel mit Spezialstücken weitergeführt und ausgebaut. Im Laufe des einsetzenden Kriegsgeschehens erlitt die junge Firma einen Einbruch in der Geschäftstätigkeit, die auch mit Ende des Weltkriegs durch die schlechte Versorgungslage nicht besser wurde. Ab Mitte der 20er Jahre ging es wieder langsam bergauf, jedoch wurden keine Fleischkonserven mehr hergestellt, sondern Spezialstücke in bewährten Weiden- und Rohrkörben, zugenäht mit Sackleinen, versandt. Mit der Weltwirtschaftskrise 1929 schrumpfte die wirtschaftliche Aktivität wieder auf ein Minimum. In den 30er Jahren belebte sich wieder das Geschäft, insbesondere der Tatsache geschuldet, dass Osnabrück in einem Kälber-Erzeugergebiet lag. Wichtig war hierbei auch der direkte Eisenbahnanschluss, wobei die Eisenbahnkühlwagen mindestens einmal die Woche vollgeladen nach Berlin rollten. Abends angekoppelt, stand er bereits um 06.00 Uhr morgens in Berlin bei der Firma Aschinger zum Entladen bereit. 1938 wurde im Gebäude Liebigstraße 29 im Rahmen der herrschenden Vorratswirtschaft ein Getreidelager eingebaut, welches bis Kriegsende in Betrieb war. Zu Beginn des 2. Weltkriegs kam der Fleischhandel gänzlich zum Erliegen.

Nach Kriegsende begann ein vorsichtiger Wiederaufbau, wobei das 100-jährige Bestehen von Frommeyer & Sohn 1987 im Gebäude gefeiert werden konnte. Mittlerweile war auch Matthias Frommeyer in 4. Generation tätig. Da die Flächen nach dem Kriege nicht mehr in dem Maße gebraucht wurden, gab es einige Vermietungen, u.a. Marktkauf GmbH Bielefeld, Fleischerei P. Knollmeyer, Alfred Windel GmbH, Edith Franczik Efra Textil GmbH, Spanischer Verein Hesselkamp und der Portugiesische Verein e.V. Gerade die beiden letztgenannten sind vielen Osnabrückern durch ihr gastronomisches Angebot bekannt.

Nach dem Auszug des Spanischen Clubs und des Portugiesischen Vereins und dem daraus resultierenden Leerstand sollte das Gebäude einer neuen Nutzung zugeführt werden. Herr Matthias Frommeyer entschloss sich zu einem Verkauf. Es kam zu einer Besichtigung von Christian Eckstein, Peter Band und Rolf Thörner. Alle Beteiligten waren vom Objekt angetan und sahen die Chancen, die das Objekt hergab, so dass nach der Besichtigung bei einem Kaffee von Herrn Eckstein und Herrn Thörner vereinbart wurde, das Objekt gemeinschaftlich zu kaufen, obwohl diese sich erst bei der Besichtigung kennen gelernt hatten. Durch die Bauphase hat sich eine Freundschaft entwickelt, die sich auch auf das Bauwerk positiv ausgewirkt hat. Herrn Peter Band wurde zugesagt, dass er eine Einheit erwerben konnte. Dieses ist auch geschehen. Herr Thörner als Vorstand der META AG hat in Absprache mit den ersten Eigentümern ein Konzept erarbeitet, welches in der Bauphase umgesetzt wurde. 

Nach Renovierung erlebt nun das Objekt eine neue, vielfältige Nutzung mit Büros, Ateliers, Kunstgalerie mit Café, Fitness-, Yoga- und Feldenkrais-Praxis.

Die Liebigfabrik in der Liebigstraße 29, Baujahr 1906, wurde in den Jahren 2012 bis 2014 restauriert, einer neuen Nutzung zugeführt und um ein Staffelgeschoss erweitert.

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